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Die Genossenschaft niedergelassener Chirurgen Nordrhein sieht sich als Garant fachärztlicher Dienstleistungen

Eine junge Idee schneidet gut ab


Düsseldorf. Der Hausarzt hat’s gesagt, und jetzt muss der Meniskus operiert werden. Otto Normalverbraucher lässt sich also zum nächsten Krankenhaus überweisen …
„Moment, das geht auch anders“, unterbricht Dr. Joachim Schier: „Der Mann könnte zu einem niedergelassenen Chirurgen gehen. “Und sich den kaputten Meniskus oder den Leistenbruch ambulant behandeln lassen? 


Vorstand der neuen Genossenschaft

„Genau – und zwar ohne lange Wartezeit und von einem gut gelaunten Fachmann“, ergänzt Dr. Manfred Weisweiler. Beide Mediziner sind nicht nur selbstständig in eigener Praxis tätige Fachärzte, sondern auch in ihren berufsständischen Vereinigungen sehr aktiv. Weisweiler beispielsweise ist Vorsitzender des ANC Nordrhein, der größten regionalen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Chirurgen in Deutschland. Und gemeinsam mit Schier gehört er zum sechsköpfigen Vorstand eines der jüngsten Mitglieder des RWGVs: der GNC-NO. Aus der regionalen Arbeitsgemeinschaft heraus haben 82 Mediziner im Juni 2008 in Düsseldorf ihre Genossenschaft Niedergelassener Chirurgen Nordrhein gegründet.
Ihr Ziel: gemeinsam bessere wirtschaftliche Bedingungen erarbeiten. Dazu zählt zunächst der Status als zeichnungsfähige Rechtsperson bei Verhandlungen. Dies hilft zum Beispiel bei der Bündelung von Einkaufskraft bei Praxisbedarf, Hilfsmitteln, Medikamenten und Dienstleistungen. Darüber hinaus können die Mitglieder in Sachen Wissenstransfer kooperieren und gemeinsam Marketing betreiben. „Aktuell hat die Politik vor allem die Stärkung der Krankenhäuser auf der Tagesordnung“, sagt Weisweiler: „Sie nimmt dabei in Kauf, dass niedergelassene Fachärzte und damit die Patienten die Verlierer der so genannten Gesundheitsreform sind. Wir wissen aber um unsere Qualität, wollen diese weiter ausbauen und damit Garanten des Erhalts fachärztlicher chirurgischer Dienstleistung bleiben.“ Mittlerweile ist die GNC-NO-Teilhaberzahl weiter gestiegen, das nächste Ziel wäre mit 200 erreicht: Das ist der aktuelle Mitgliederstand der regionalen Arbeitsgemeinschaft. Ihren Sitz hat die seit November eingetragene Genossenschaft im Haus der Ärzte, einer guten Adresse inmitten der Landeshauptstadt, die in den vergangenen Wochen ihren Weg in die Adressbücher vieler Multiplikatoren und Entscheider gefunden hat. „Unsere Schlagkraft als niedergelassene Chirurgen ist mit der GNC-NO weiter gewachsen“, freut sich Weisweiler. Auch die Idee der wirtschaftlichen Kooperation an sich schneidet gut ab: In allen Teilen der Republik interessieren sich niedergelassene Chirurgen für diesen zusätzlichen Schritt in Richtung Selbstverantwortung und Selbstverwaltung. „An der Genossenschaftsidee interessierte Berufsverbände anderer Länder liefern wir unser Know-How zur Gründung“, berichtet Schier: „In Zukunft könnten sich dann unter dem Dach unserer berufsständischen Bundesvereinigung etliche Landesgenossenschaften für die Förderung unserer Arbeit engagieren.“
                                                                                                                      Ralf Bröker

 


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