In Trier hat sich die Wohnungsbaugenossenschaft „Villa Mentis“ gegründet. Mit einem innovativen Konzept sollen Senioren miteinander leben und gemeinsam ihre Freizeit gestalten.
Wohnen im Alter – das ist nicht immer leicht. Wer kann, versucht sich seinen Lebensstandard zu bewahren. Doch manchmal ist das aus eigener Kraft nicht mehr zu leisten. Das Haus wird zu groß, Einkaufsmöglichkeiten sind weit entfernt und Freunde können wegen der eingeschränkten Mobilität nur noch selten zu Besuch kommen. Das ursprünglich geschätzte Lebensumfeld wird zur Belastung. Um der älteren Generation dafür eine Alternative zu bieten, hat sich jetzt die Genossenschaft „Villa Mentis“ in Trier gegründet. Ideengeber und Vorstandsmitglieder Bettina Kaiser und Andreas Knaf verfolgen ambitionierte Ziele: Senioren ab 60 Jahren sollen unter einem Dach in altersgerechten Wohnungen in einer lebendigen Gemeinschaft leben. In Schweich bei Trier wurde aus diesem Grund ein 4.972 Quadratmeter großes Grundstück gekauft. Hier wird in den nächsten zwei Jahren die „Villa Mentis“ entstehen: ein Wohnpark für Senioren, in dem die genossenschaftlichen Grundwerte Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung gelebt werden. In den ersten Planzeichnungen gruppieren sich drei Gebäude wie ein kleines Dorf um ein zentrales Haus. Mit 46 Wohnungen, Clubraum, Sauna, Fitnessraum, Bibliothek und Terrasse ist ein umfangreiches Konzept vorhanden. Alle Wohnungen sind barrierefrei. Neben den Wohnungsgebäuden entsteht ein eingeschossiges Bauwerk, in dem Räume für Gastronomie, Veranstaltungen und Einkaufsmöglichkeiten eingeplant werden. Eine große Sonnenterrasse und eine eingebettete Parklandschaft umgeben die Anlage. Täglich wird den Senioren ein umfangreiches Freizeitangebot ermöglicht. Radtouren, Gedächtnistraining, Kartenabende und Tanztees stehen auf dem Programm. „Dennoch sollen die Bewohner ihr eigenständiges Leben führen können“, betont Bettina Kaiser, die als Leiterin täglich vor Ort sein wird, um den Senioren mit Rat und Tat beiseite zu stehen. „Im Mittelpunkt steht das Zusammenleben der Mitglieder, die Aufmerksamkeit und eine gewisse Verantwortung füreinander, aber auch die Individualität und die Freiheit des Einzelnen“, erklärt Vorstandsmitglied Andreas Knaf das Wohnkonzept. Die Bewohner im fortgeschrittenen Alter sollen sich in vertrauter Umgebung bewegen und die Vorzüge gemeinschaftlichen Lebens nutzen. Um eine Wohnung zu beziehen, bietet die Genossenschaft zwei Möglichkeiten: den Erwerb von Genossenschaftsanteilen und dem damit verbundenen Nutzungsrecht oder den Kauf einer Wohnung über einen Erbbaurechtsvertrag. „Das Genossenschaftsmodell setzt eine Zeichnung von Pflichtanteilen in Höhe von mindestens 40 Prozent des Wohnungswertes voraus“, erklärt Knaf. Darüber hinaus sei es möglich, Genossenschaftsanteile bis zu 100 Prozent des Wohnungswertes zu erwerben. Sollte eine Pflegebedürftigkeit eintreten, müssen die Senioren den Wohnpark nicht verlassen. Denn neben der „Villa Mentis“ entsteht ein weiteres Gebäude mit neun altersgerechten Wohnungen für eine ambulant betreute Wohngemeinschaft. Die Bewohner müssen so auch mit Handicap nicht in den neuen Räumen auf die Gemeinschaft in der Senioren-WG verzichten. Marco Lorenz
(Erschienen in Genossenschaftsblatt 05/2010)
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