Ein Dorf nimmt seine Wärmeversorgung selbst in die Hand
Bürger von Meschede-Wallen machen sich mit neuer Genossenschaft unabhängig
Es dauerte keine halbe Stunde, da hatten 85 Bewohner von Wallen per Unterschriften eine Viertelmillion Euro zusammengelegt. Für diesen Betrag halten sie nun Anteile an ihrem eigenen Nahwärmeversorger. In der Mehrzweckhalle des TUS Wallenstein gründeten sie im Beisein von Meschedes Bürgermeister Uli Hess die Genossenschaft „Bio-Energiedorf Wallen“. Die soll im Ort ein eigenes Nahwärme-Netz aufbauen, das die Mitglieder von der Preispolitik der großen Öl- und Gaskonzerne unabhängig macht. Im Mittelpunkt des Netzes steht künftig ein Blockheizkraftwerk, das Bio-Gas eines ortsansässigen Landwirts verbrennt. Die Idee zu der Gründung entstand vor einem Jahr bei einer Geburtstagsfeier unter Dorfbewohnern. Eine Gruppe dachte laut darüber nach, wie man den Kindergarten des Orts kostengünstig mit Energie versorgen könnte. Und so gab ein Wort das andere: „Wenn man schon einmal eine Leitung in den Boden legt, warum dann nicht gleich alle anderen Haushalte mit anschließen?